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3. Liga 2025/26,  37. Spieltag
   Energie Cottbus steht nach dem Sieg gegen Wiesbaden kurz vor dem Aufstieg Immer wieder checkten die rund 20.000 Fans im Leag Energie Stadion die Blitztabelle. Ein zäher Fußballnachmittag gegen Wiesbaden neigte sich dem Ende, auf der Anzeigetafel leuchtete ein 1:1-Unentschieden. Punktgleich wäre es mit den Verfolgern Duisburg und Essen in ein von Spannung nicht zu überbietendes Saisonfinale gegangen. Die Betonung liegt auf wäre. Denn in der 89. Minute schnappte sich Tolga Cigerci den Ball im Mittelfeld. Von der Wehen-Defensive kaum bedrängt ging er ein paar Schritte, bevor er sich aus gut 25 Metern ein Herz fasste und einfach mal abzog. Flach, ein Aufsetzer, vorbei an den Fingerspitzen des Keepers, hinein ins linke Eck - Ekstase in der Lausitz, Cigerci begraben unter seinen jubelnden Mitspielern. Eine Familie für die besonderen Momente Dass der Spieler für große Momente bei Energie den Nachnamen Cigerci trägt, ist zunächst einmal nichts Ungewöhnliches. Sonst war es allerdings Tolcay, der die Lausitzer in dieser Saison ein ums andere Mal im Alleingang rettete. Unvergessen wird für viele Fans wohl sein Hattrick gegen Essen bleiben, der an selber Stelle drei Wochen zuvor für ähnliche Emotionen gesorgt hatte. Gegen Wiesbaden musste Energies Topscorer nun allerdings gelb-gesperrt von der Tribüne aus mitzittern, seinen im Oktober geborenen Sohn auf dem Arm. Gemeinsam sahen sie, wie ausgerechnet der große Bruder und Onkel zur Stelle war, als ein Cigerci gebraucht wurde. Tolga Cigerci über sein Tor Ehrlich gesagt kann ich es nicht in Worte fassen. Ich weiß nur, dass der Ball drin war. Als sich Tolga nach dem Abpfiff das verdiente Küsschen und die Umarmung seines Bruders abholte, schien ihm noch nicht wirklich klar, was gerade geschehen war. "Ehrlich gesagt kann ich es nicht in Worte fassen. Ich weiß nur, dass der Ball drin war. Das muss ich mir später nochmal genau anschauen", sagte er am rbb-Mikrofon. Wollitz: "Einfach nicht gut genug" Sein erstes Tor im Trikot von Energie kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Die Tür zum Aufstieg ist nach dem Sieg sperrangelweit offen: Mit zwei Punkten Vorsprung gehen die Lausitzer in das Saisonfinale in Regensburg am kommenden Samstag (13:30 Uhr live im rbb Fernsehen und im rbb|24-Stream). Dort könnte aufgrund des besseren Torverhältnisses schon ein Unentschieden reichen, um sich den Traum von der 2. Liga zu erfüllen. Inmitten des Freudenrauschs über den späten Wiesbaden-Sieg hatte Trainer Claus-Dieter Wollitz jedoch auch mahnende Worte: "Wenn wir aufsteigen wollen, brauchen wir nächstes Wochenende eine bessere Leistung. Das ist die Wahrheit. Das war heute einfach nicht gut. Punkt", so der Coach. Mit vielen langen Bällen und wenig Torgefahr war seine Mannschaft in den 90 Minuten aufgetreten und litt sichtlich unter dem Fehlen des Superstars Tolcay Cigerci und des Kapitäns Axel Borgmann. Eine Liebeserklärung an den Trainer Doch trotz der Unzufriedenheit über die Leistung, konnte auch Wollitz seine Freude über diesen besonderen persönlichen Moment Tolga Cigercis nicht verbergen. "Er ist ein außergewöhnlicher Mensch ist, der sich nie in den Vordergrund gestellt hat. Er macht alles für die Mannschaft", so der Trainer: "Sich mit einem Spieler, der auf so einem Niveau gespielt hat, austauschen zu dürfen, das ist für mich unfassbar viel wert." Die Vita des 34-Jährigen ist lang und mit prominenten Stationen besetzt. Bundesliga mit Wolfsburg und Hertha, bei Gladbach kam sogar die Europa League hinzu. 2018 wurde er mit Galatasaray türkischer Meister. Zuletzt war seine Karriere jedoch etwas ins Stocken geraten. 2023 stieg er bei seiner Rückkehr zu Hertha mit der Alten Dame in die zweite Liga ab. Nach zwei weiteren Stationen in der Türkei wurde er im Sommer vergangenen Jahres vereinslos. Tolga Cigerci über Trainer Pele Wollitz Aufstellung Energie Cottbus M. Funk - Rorig, Manu, Awortwie-Grant, S. Straudi - L. Michelbrink, Pelivan, Butler, Boziaris, Hannemann - Engelhardt
Aufstellung SV Wehen Wiesbaden Stritzel - Gillekens, Lewald, Janitzek - Nink, Suarez, Gözüsirin, N. May - Schleimer, Flotho, Kaya
Last-Minute-Sieg gegen Wehen Wiesbaden  Spätes Siegtor: Cigerci lässt Energie Cottbus vom Aufstieg träumen In einem spielerisch wenig ansehnlichen Duell beweist Energie Cottbus Mentalität und steht dank des 2:1-Sieges gegen Wehen Wiesbaden kurz vor dem Aufstieg in die 2. Liga. Zwei Spiele, zwei Siege: So leicht war die Rechnung zum ersehnten Aufstieg für Energie Cottbus nach Patzer des MSV Duisburg am Freitag. Für den vorletzten Kraftakt musste FCE-Coach Claus-Dieter Wollitz allerdings auf zwei Schlüsselspieler verzichten. Kapitän Borgmann und Topscorer Tolcay Cigerci fehlten jeweils aufgrund einer Gelbsperre - ein Umstand, der Wollitz' nächste Tirade unter der Woche begünstigte. Im Vergleich zum Aufstiegsduell am vergangenen Spieltag (1:2 in Duisburg) rotierten mit Rorig, Manu, Hannemann und Butler insgesamt vier neue Kräfte in die Startelf, Geburtstagskind Biankadi sowie Cvjetinovic nahmen zudem auf der Bank Platz. In einem spielerisch wenig ansehnlichen Duell beweist Energie Cottbus Mentalität und steht dank des 2:1-Sieges gegen Wehen Wiesbaden kurz vor dem Aufstieg in die 2. Liga. Der Mann des besonderen Augenblicks: Tolga Cigerci. Der Mann des besonderen Augenblicks: Tolga Cigerci. IMAGO/Steffen Beyer Zwei Spiele, zwei Siege: So leicht war die Rechnung zum ersehnten Aufstieg für Energie Cottbus nach Patzer des MSV Duisburg am Freitag. Für den vorletzten Kraftakt musste FCE-Coach Claus- Dieter Wollitz allerdings auf zwei Schlüsselspieler verzichten. Kapitän Borgmann und Topscorer Tolcay Cigerci fehlten jeweils aufgrund einer Gelbsperre - ein Umstand, der Wollitz' nächste Tirade unter der Woche begünstigte. Im Vergleich zum Aufstiegsduell am vergangenen Spieltag (1:2 in Duisburg) rotierten mit Rorig, Manu, Hannemann und Butler insgesamt vier neue Kräfte in die Startelf, Geburtstagskind Biankadi sowie Cvjetinovic nahmen zudem auf der Bank Platz. Vier Wechsel nahm auch Wiesbadens Trainer Daniel Scherning nach dem 2:3 gegen Meister Osnabrück vor: Lewald, Nink, Suarez, und May ersetzten Neubert, Mockenhaupt (jeweils Bank), Greilinger (Gelbsperre) sowie Bogicevic (krank). Angespornt von einer atemberaubenden Kulisse vor 19.666 Zuschauern starteten die Lausitzer mit viel Druck und verpassten die frühe Führung knapp. Hannemann jagte den Ball in der dritten Minute an die Oberkante der Latte. In der Folge beruhigte Wehen Wiesbaden jedoch das Spiel und übernahm die Spiel- und Ballkontrolle, ohne dabei jedoch seinerseits zu nennenswerten Offensivaktionen zu kommen.  Mitte der ersten Hälfte plätscherte so das Spiel vor sich hin, daran sollten auch die harmlosen Versuche von Kaya (26.) und Hannemann (34., 36) nichts ändern. Dennoch sollte das Spiel auf einmal nochmal Tempo aufnehmen. Hannemann kontert Schleimer Mit der ersten wirklichen Chance der Gäste brachte Schleimer per Abstauber Wehen Wiesbaden in Führung (37.), ehe die Hausherren prompt die perfekte Antwort auf den Rückstand hatten. Hannemann, der offensiv aktivste Lausitzer, jagte nur vier Zeigerumdrehungen später das Leder ansatzlos aus der Drehung ins lange Eck (41.) - 1:1. Kurz vor Pause hätte Manu das Spiel für Energie dann beinahe noch komplett gedreht, verpasste allerdings nach einem Eckball den linken Pfosten knapp (45.+2). Nach Wiederbeginn stand erstmal Schiedsrichter Timo Gansloweit im Fokus: Awortwie-Grant war ungeschickt im Strafraum gegen Kaya zu Werke gegangen und hatte den Wiesbadener Kapitän wohl am Knöchel getroffen. Der 29-Jährige entschied sich gegen einen Elfmeter (48.). Wenig später zeigte der Wehen-Keeper eine Unsicherheit, als er Butlers Distanzschuss nur nach vorne prallen ließ, sollte dafür aber nicht bestraft werden (51.). Es blieb jedoch zumeist Stückwerk und dem Zufall überlassen - die Präzision fehlte beiden Mannschaften. Erst verhinderte Engelhardts schlampiges Abspiel eine mögliche gute Energie-Chance (58.), ehe Manu nach einem eigenen Fehler Kaya noch entscheidend stören konnte (61.). Stritzel machte es mit einem misslungenen Versuch eines Dribbling auch nochmal spannend (68.). Zuletzt wurde Michelbrink für sein Risiko nicht belohnt (72.). Cigerci erlöst Cottbus In der Schlussphase gingen die Cottbuser mehr ins Risiko, kombinierten sich jedoch noch einmal durch Tolga Cigerci gefährlich nach vorne. Der Mittelfeldspieler traf jedoch den Ball schließlich nicht richtig (79.). So sah es - nachdem Janitzek aufmerksam gewesen war (86.) - nach einer verpassten Chance für FC Energie aus - bis die Stunde von Tolga Cigerci schlug: Aus 25 Metern nahm sich der 34-Jährige ein Herz und jagte den Ball perfekt ins untere linke Eck (89.). Das Energie-Stadion wurde zum Tollhaus. Der erste Treffer Cigercis seit Dezember 2013, damals noch im Dress von Hertha BSC, sollte zugleich den 2:1-Sieg und somit wichtige Big Points im Aufstiegskampf bedeuten. Mit zwei Punkten Vorsprung und einer um drei bzw. neun Treffern besseren Tordifferenz auf die Verfolger Duisburg und Essen, könnte bei Energies letztem Akt im Aufstiegskampf am Samstag ab 13.30 Uhr bei Jahn Regensburg bereits ein Unentschieden für die Rückkehr in die 2. Bundesliga reichen. Wiesbaden empfängt zeitgleich die Zweitvertretung der TSG Hoffenheim.
Erste und zweite Halbzeit hier sehen
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