Döbern
Amt Döbern Land
Forster Str. 8, 03159
Döbern Tel: 035600/3687-
0, Fax: 035600/3687-15
Forst / Lausitz
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westsüdwestlich,
Spremberg 16 km
westlich
Cottbus
Bautzen 46 km
südsüdwestlich,
Cottbus 27 km
westnordwestlich
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K-278 Komsomolez: 1989 versunken: Sowjet-Atom-U-Boot strahlt noch
immer
Pleite in Tschernitz überschattet
grüne Pläne
Strukturwandel Der Start des Net Zero
Valley Lausitz für neue
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Energiewende fällt mit der Insolvenz
der letzten Solarglasfabrik Europas
zusammen. Das nagt am Ruf der
Sonderwirtschaftszone.
Seit 1989 liegt das sowjetische Atom-U-Boot Komsomolez im
Nordatlantik – mitsamt Atomreaktor und zwei nuklearen Sprengköpfen.
Erst jetzt ist klar, wie es um das Wrack steht.
Darum gehts
•
Das Atom-U-Boot K-278 Komsomolez sank 1989 mitsamt
Reaktor und zwei nuklearen Sprengköpfen vor Norwegen.
•
Der versiegelte Torpedoraum ist dicht und zeigt keine erhöhte
Radioaktivität in der Umgebung.
•
Aus dem Reaktor treten laut neusten Erkenntnissen jedoch
radioaktive Stoffe aus, die sich im Meer aber stark verdünnen.
•
Trotzdem raten die Forschenden, das Wrack im Auge zu
behalten.
Nicht nur am Grund von Schweizer Seen, auch am Meeresboden
finden sich gefährliche Relikte vergangener Zeiten. Neben Tonnen an
Munition sind das auch Wracks. Etwa das des sowjetischen Atom-U-
Boots K-278 Komsomolez. Dieses war zu Zeiten des Kalten Kriegs im
Einsatz und konnte mit Waffen wie Torpedos und Raketen bestückt
werden.
1989 gesunken, 1994 geflickt: Wie geht es dem U-Boot heute?
Die Komsomolez sank am 7. April 1989 zwischen Norwegen und
Spitzbergen infolge eines Brandes. Seither liegt sie in knapp 1700
Metern Tiefe mitsamt ihres immerhin notabgeschalteten Atomreaktors
und zwei nuklearen Sprengköpfen. Über ihren aktuellen Zustand
herrschte zuletzt Unklarheit. Eine Bestandsaufnahme im Jahr 1994
verhiess jedoch nichts Gutes.
«Schäden an der äusseren und inneren Druckhülle»
In den 1990er-Jahren zeigten Untersuchungen von sowjetischen und russischen Tauchgängen, dass das U-Boot
erhebliche Schäden erlitten hat: Sowohl an der Aussenhülle als auch in der inneren Druckhülle wurden Risse und
Löcher entdeckt. Nachdem 1994 festgestellt worden war, dass aus den Sprengköpfen und einer Ventilatoröffnung
des Reaktorraums Plutonium, Cäsium, Cobalt und Strontium austraten, versiegelte Russland Torpedoraum und -
rohre mit Titanstopfen und -platten.
Nun liefern Forschende um Justin Gwynn von der Norwegian Radiation and Nuclear Safety Authority in Tromsø ein
Update. Ihr Befund ist gemischt: Es gibt gute und schlechte Neuigkeiten.
Was ist gut, was schlecht?
Die gute Nachricht
Die 1994 vorgenommene Abdichtung des Torpedoraums durch die Russen scheint noch immer dicht zu sein. «Wir
haben keine Hinweise auf Plutonium aus den Atomsprengköpfen in der Umgebung des beschädigten vorderen U-
Boot-Teils gefunden», so die Forschenden. Ihnen zufolge entsprechen die Werte von Plutonium und anderen
radioaktiven Abbauprodukten dem für diese Meeresregion typischen Hintergrundwert.
Die schlechte Nachricht
Aus dem Atomreaktor des Wracks tritt offenbar weiterhin Radioaktivität aus, die ins Wasser gelangt. Das Team fand bei der Ventilationsöffnung des Reaktorraums und an einem Metallgitter in der
Nähe sowohl erhöhte Plutoniumwerte als auch deutlich erhöhte Werte der radioaktiven Abbauprodukte Cäsium-137 und Strontium-90. Die festgestellten Strontium-90-Werte liegen demnach bis zu
400'000 Mal höher als die natürliche Radioaktivität in diesem Seegebiet, die gemessenen Cäsium-137-Werte sogar bis zu 800'000 Mal höher.
«Radioaktivität wird durch Meereswasser schnell verdünnt»
Dass die Komsomolez noch immer radioaktive Substanzen freisetzt, bestätigt, dass der radioaktive Brennstoff im U-Boot-Reaktor mit Meerwasser in Kontakt ist und korrodiert. Allerdings – und das werten die
Forschenden erneut als gute Nachricht – findet sich von den strahlenden Substanzen nur wenig im Meeresboden oder im weiteren Umfeld des Wracks. Das Team beschreibt entsprechende Proben als weitgehend
unauffällig. «Die freigesetzten Radionuklide scheinen sehr schnell durch das umgebende Meerwasser verdünnt zu werden.»
Gwynn und seine Kolleginnen und Kollegen gehen davon aus, dass die grossen Fischbestände in diesem Seegebiet derzeit nicht gefährdet sind. Sie empfehlen aber eine weitere Überwachung des Wracks.
«Angesichts der weltweit zunehmenden militärischen Aktivitäten und geopolitischen Spannungen kann das Schicksal der Komsomolez und des darin befindlichen nuklearen Materials wichtige Erkenntnisse über die
Auswirkungen zukünftiger Unfälle mit atomgetriebenen Schiffen und Atomwaffen auf See liefern», zitiert die Nachrichtenagentur DPA die Forschungsgruppe.