Bericht aus Wolgograd - Jugendaustausch zwischen den Partnerwehren Wolfshain und Wolgograd
Zum wiederholten Mal fand der Jugendaustausch zwischen den Partnerwehren Wolfshain und Wolgograd statt. In der Zeit vom 17.05. bis 24.05.2019 durften wir, Mitglieder der Jugendfeuerwehr Wolfshain und Umgebung, neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln. Nach einigen organisatorischen Treffen, in denen wir über die Reise und Alles was dazu gehörte informiert wurden, war es am Abend des 17.05.2019 endlich so weit. Wir trafen uns bei der Wolfshainer Feuerwehr und fuhren zusammen in einem Feuerwehrbus nach Berlin zum Flughafen. Dort angekommen stieg die Vorfreude und die Anspannung wuchs. Nach etlichen Sicherheitschecks und etwas Wartezeit saßen viele von uns das erste Mal im Flieger. Nach knapp drei Stunden hieß es aufatmen, denn um 4:00 Uhr morgens sind wir gut in Moskau gelandet. Neben der Aufregung und der Erleichterung war nun die Müdigkeit in den Vordergrund gerückt. Die Zeit bis zum nächsten Flug nutzten wir zum Schlafen. Nach dem zweiten Flug, diesmal nach Wolgograd, waren wir immer noch fix und fertig. Aufgrund dessen, machten wir eine kleine Mittagspause, nachdem wir unseren Schlafplatz erkundeten. Wieder fit wie ein Turnschuh trafen wir die drei netten Russinnen Polina, Dana und Lisa, welche uns die Stadt mit einem schönen Spaziergang entlang der Wolga zeigten. Die deutsche Sprache beherrschten Sie schon sehr gut, weshalb es uns nicht schwer viel, uns zu unterhalten und uns schnell besser kennenzulernen. Von dem schönen Ausblick waren wir ziemlich beeindruckt. Nachdem wir leckere Zuckerwatte, gesponsert vom Organisator dieser Reise, Kay-Uwe Struck, aufgegessen hatten, kehrten wir zurück ins Quartier. Dort angekommen brachte uns unser Dolmetscher Sergey Golod das russische Kartenspiel Yaniv bei, was uns allen viel Spaß machte und uns von da an jeden Abend begleitete. In dieser ersten Nacht in Russland konnten wir alle sehr gut schlafen und der nächste Morgen erwartete uns schnell. Nach einem gemütlichen Frühstück ergab sich für uns die einmalige Möglichkeit die Wolga mithilfe eines Feuerwehrbootes zu überqueren. Mit diesem Boot erreichten wir eine schöne Insel, auf der wir den Tag verbrachten. Der Tag war sehr sonnig und neben den spannenden Kartenpartien und unserer etwas eigenen Art Volleyball zu spielen, kühlten wir uns in der Wolga ab. Bei 15 °C Wassertemperatur nichts für schwache Nerven. Nachdem wir die nächste spaßige Ball über die Schnur Partie beendet hatten, gab es sehr leckeres gegrilltes Essen. Bedauerlicher Weise ging es danach schon wieder zurück ins Quartier, wo wir wieder Karten spielten. Somit endete auch schon der zweite Tag in Wolgograd. An Tag drei folgten wir der Einladung des Bürgermeisters von Wolgograd Andrei Lach ins Rathaus der Stadt. Auch der Kulturminister Alxandr Siniutin und andere wichtige Leute waren anwesend. Nach kurzen Gesprächen stellten wir uns vor und wir lernten drei Jugendorganisationen kennen. Zum einen waren es die jungen Patrioten, die sich an der patriotischen Erziehung der Kinder orientieren, dabei und auch die Russian Volunteers, das sind freiwillige Jugendliche, die zum Beispiel die Besucher Russlands bei der WM 2018 durch Kommunikation über die englische Sprache unterstützte. Sie helfen auch bei der Betreuung anderer sportlicher Veranstaltungen. Die dritte Organisation kümmert sich um kranke Kinder in Krankenhäusern. Die Jugendlichen veranstalten Feste und andere Aktivitäten für die Kinder. Auf dem Programm steht hier zum Beispiel basteln, spielen oder malen. Am Ende dieses Treffens machten wir uns auf den Weg zu Mütterchen Russland, eines der wichtigsten Monumente für Russland. Sie ist neben dem russischen Bär die nationale Personifikation Russlands. Wir waren alle sehr beeindruckt von der riesigen Statue. Nachdem wir Blumen bei der ewigen Flamme niedergelegt hatten und uns den Wachwechsel ansehen durften, ging es zu einem Shoppingcenter. Nach einigen Stunden des Sachenanprobierens und -anschauens, ging es zurück ins Quartier, wo wir in netter Runde zu Abend aßen und den Tag gemütlich mit ein paar Kartenpartien ausklingen ließen. Am nächsten Tag stand eine längere Reise bevor, weshalb wir auch sehr zeitig aus den Federn mussten. Genauso wie die deutschen Krieger im vaterländischen Krieg am 22.06.1941 waren wir auf einem Hügel nahe der Stadt Kletzkiy. Bevor wir beim ehemaligen, 150 km entfernten, Schlachtfeld ankamen, besuchten wir eine Dorfschule. Die Klassen 1 bis 11 des Gymnasiums haben sich sehr über unserer Überraschungsbesuch gefreut, genauso wie der Direktor, der selber Deutsch-Russe ist. Auf dem Schlachtfeld folgten wir interessiert den Erzählungen einer Bewohnerin der Stadt. Wir hatten die Ehre von Alexandr Jegunow, dem Bürgermeister von Kletzkiy, begleitet zu werden. Wir genossen die hübsche Landschaft und fuhren anschließend in ein Café, wo wir uns vom leckeren Essen satt aßen. Satt und zufrieden machten wie uns auf den Weg in ein Museum der Stadt. Das spannende Museum zeigte uns Entdeckungen aus dem Krieg wie zum Beispiel alte Waffen, Töpfe oder Krüge, aber auch das Leben der Kosaken. Nach einem weiteren kurzen Stopp ging es weiter mit der Fähre über den Don. Auf der anderen Seite erwarteten uns drei Ringelnattern im Wasser, die uns aber nicht davon abhielten ins Wasser zu springen. Als wir abgekühlt waren, machten wir uns anschließend wieder auf den Weg nach Wolgograd. Im Quartier angekommen, ließen wir den Tag wie gewohnt mit einer Partie Yaniv vorüber gehen. Am fünften Tag unserer tollen Reise folgten unser Betreuer, Kay-Uwe Struck und unser Dolmetscher Sergey Golod der Einladung des Ministers für Katastrophenschutz General Grebeniuk. Dort trafen Sie neben dem Minister auch den zukünftigen Minister Oberst Tekuschin, dessen zukünftigen Stellvertreter Diewiatkin sowie den obersten Feuerwehrmann von Wolgograd, Oberst Klimenti. Wir, die Jugendlichen, blieben im Quartier und nutzten die freie Zeit zum Karten spielen und ausruhen. Als die Erwachsenen wieder vor Ort waren, gingen wir russische Uniformen für einige von uns als Andenken kaufen. Danach verbrachten wir die restliche Zeit in einem anderen Shoppingcenter, wo wir noch Wodka für unsere Eltern und einige andere Mitbringsel für zu Hause kauften. Zurück im Quartier erwarteten uns bereits die russischen Mädchen. Nach einigen Spielen, die wir gemeinsam spielten, unter anderem auch wieder unser beliebtes Yaniv, mussten wir leider schon ans Koffer packen denken. Die Erwachsenen besuchten an unserem letzten Tag eine Schule an ihrem letzten Schultag, um zwei junge Feuerwehrsportler zu ehren. Uns wurde berichtet, dass der letzte Schultag mit musikalischen und tänzerischen Vorstellungen gefeiert wurde. Als wir alle wieder beisammen waren, ließen wir uns zum Mittag nochmal leckere Pelmeni schmecken. Danach fuhren wir zu einer Feuerwache, welche wir uns ansehen durften. Wir testeten mit Hilfe einer Stoppuhr und der Feuerwehrausrüstung wie schnell wir einsatzbereit sind. Anschließend fuhren wir zu der Feuerwache des Oberst Klimenti, wo unsere Fragen an ihn sehr bescheiden beantwortet wurden. Wir machten uns danach auf den Weg zu der Feuerwache bei unserem Quartier, wo uns die Urallöschfahrzeuge vorgeführt wurden. Nach dem Abendessen genossen wir unseren letzten gemeinsamen Abend in Wolgograd. Nach einer sehr kurzen Nacht ging es zum Flughafen. Alle waren traurig Wolgograd verlassen zu müssen, aber auch glücklich Familie und Freunde wiederzusehen und von den tollen Erlebnissen berichten zu können. Nach einem angenehmen Flug landeten wir gut in Moskau, wo es um 10:00 Uhr schon weiter nach Berlin ging. Um 13 Uhr landeten wir in Berlin-Schönefeld. Einige Eltern holten uns vom Flughafen ab, worüber wir uns sehr freuten. Die anderen Eltern konnten ihre Kinder dann in Wolfshain wieder in die Arme schließen. Im Namen aller Kinder bedanke ich mich bei allen Beteiligten dieser Reise. Wir sind sehr dankbar über diese Woche mit neuen und interessanten Erfahrungen die wir sammeln durften. Diese Reise war ein Abenteuer und wir sind froh, dass wir dabei sein durften. Wir werden Sie immer in Erinnerung behalten. Danke! Lena Scheffer
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