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Tschernitz will mit in die Einheitsgemeinde Tschernitz will den Weg der Einheitsgemeinde Döbern-Land mitgehen. Doch die Sorge, dass sich nicht alle sieben Gemeinden des Amtes zusammenraufen, ist groß.  Die Gemeinde Tschernitz wird am Grundsatzbeschluss zur Bildung einer amtsfreien Großgemeinde Döbern-Land festhalten. Dazu haben sich am Montag in einer Sondersitzung des Koordinierungsausschusses mehrere Gemeindevertreter mit Bürgermeister Peter Drobig (Bündnis 93) verständigt. "Natürlich tut es weh, den Gemeindestatus aufzugeben", sagt der Wolfshainer Ekkart Herold (Bündnis 93), "Wolfshain war 500 Jahre alt, Tschernitz ist noch viel älter. Aber vor diesem Schritt zur Einheitsgemeinde Döbern-Land will ich wirklich noch einmal vom Innenministerium bestätigt bekommen, dass es bei 50 Prozent Entschuldung bleibt." Tatsächlich wäre das bei 16 Millionen Euro Schulden, so Sören Reichelt, Kämmerer des Amtes Döbern-Land, mit acht Millionen Euro eine große Hilfe. Und jedes Jahr wachse der Schuldenberg um mindestens eine Million Euro. Die Tschernitzer bezweifeln allerdings, dass sich die sieben Gemeinden zusammenraufen können. "Schon allein bei der Straßenbaubeitragssatzung gibt ganz unterschiedlichen Auffassungen von Gemeinde zu Gemeinde. Ein zweites Beispiel, an das Bürger beim Bürgerentscheid oder in der Bürgerbefragung ganz sicher denken werden, ist die Hundesteuer. Ich habe wirklich keine Lust, wieder zwei Jahre nur für den Papierkorb zu arbeiten", so Ekkart Herold. Auch Joachim Neumann (Bündnis 93) hat Bauchschmerzen: "Ich kann mir nicht vorstellen, eine Einheitsgemeinde zu sein, wo sich alle so uneinig sind." Kämmerer Sören Reichelt kann nicht versichern, dass die Einheitsgemeinde klappt. "Aber wir sind arm, als Kämmerer habe ich Handlungsbedarf. Diese Einheitsgemeinde ist aus meiner Sicht das Effektivste, und das Dorfleben, das Gemeinwesen wird sich dadurch nicht ändern", erklärt er. Dass jede der sieben Gemeinden, ja, jeder Gemeindevertreter seine persönlichen Befindlichkeiten habe, sei normal. "Aber wir sollten an die Folgegeneration denken und uns zusammenraufen", so der Kämmerer. Dabei helfe auch, dass die Einwohnerzahl für Gemeinden im ländlichen Raum im Leitbild für 2030 noch einmal von 10 000 auf 8000 Einwohner heruntergeschraubt wurde. "Wir werden 2030 etwas unter 10 000 sein und damit leitbildgerecht", schätzt Sören Reichelt. Allerdings dürften nach Hornow-Wadelsdorf nicht noch mehr Gemeinden das Amt verlassen. "Wenn Gemeinden abdriften, dann wird das Eis immer dünner." Vorarbeit geleistet hat die Verwaltung schon reichlich. "Seit 20 Jahren leben wir in Tschernitz mit der Haushaltssicherung", erinnert Drobig, "und seit 15 Jahren verfolgt mich die Gebietsreform." Nachdem das Innenministerium Tschernitz in noch etwas besseren Zeiten nicht nach Spremberg gehen ließ, weil die Gemeinde und die Stadt keine gemeinsame Grenze haben, hat Drobig die Hand auch schon mal Jämlitz-Klein Düben reichen wollen – als Zwischenlösung vor einer großen Einheitsgemeinde. Bisher aber ist immer alles im Sande verlaufen, aber einen kleinen Geschichtsabriss dazu will Peter Drobig zur Gemeindevertretersitzung am 16. März in Tschernitz geben. Auch eine Arbeitsgruppe, die sich mit dem Zusammenschluss befasst, zu bilden, empfehlen die Tschernitzer. Die Sitzung am 16. März beginnt um 19 Uhr im Klubraum der Tschernitzer Kegelbahn. Auch das Nutzungskonzept der Kita soll an diesem Abend diskutiert werden.